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"Du weißt nie, wer den nächsten Schritt macht."

Marco Kurth ist der neue Trainer unserer U19 und spricht über | Den Schritt von der U17 zur U19 | Die bevorstehende Saison | Die Philosophie in unserem Nachwuchs-Bereich | Die Auswirkungen der Corona-Pause | Warum sein Bart in Gefahr ist

Der nächste Schritt! Nach einer erfolgreichen Saison als Cheftrainer unserer B-Junioren, in der RBL lediglich durch den corona-bedingten Saisonabbruch zu stoppen war, wartet auf Marco Kurth eine neue Herausforderung.

Seit Anfang Juli ist der 41-Jährige Chefcoach der Leipziger U19. Zum Auftakt konnte er sich mit seinem neuen Team den Sieg im Sachsenpokal-Finale (4:0 vs. Dynamo Dresden) sichern - und damit auch die Qualifikation für den DFB-Pokal in der kommenden Saison.

Erst einmal Glückwunsch zum Pokalsieg am vergangenen Wochenende, Marco! Glückwunsch auch zum neuen Amt als Trainer der U19 – ändert sich für dich großartig etwas mit dem Schritt aus der U17 in die U19?

Grundsätzlich nicht. Wir kennen die Jungs - ziemlich gut sogar. Einige der Spieler habe ich bereits in der U16 trainiert. Ich freue mich, mit ihnen weiter zusammenzuarbeiten.

Aus sportlicher Sicht ändert sich schon etwas. Mit der Youth League kommt ein Wettbewerb hinzu, bei dem wir uns noch mal mit ganz anderen Größen messen können. Darauf freue ich mich ganz besonders!

Setzt ihr euch bei drei wichtigen Wettbewerben mit der U19-Bundesliga, dem DFB-Pokal, der Youth League und dem Landespokal ein klares Saisonziel?

Gerade im Jugendbereich muss man aufpassen, dass einem die eigenen Ambitionen nicht um die Ohren fliegen. Wie in den Jahren zuvor nehmen wir als Verein daher ganz klar den Druck raus und geben keine Saisonziele vor.

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Nach einer erfolgreichen Saison mit der U17 geht Trainer Marco Kurth den nächsten Schritt: In der neuen Saison trainiert er die A-Junioren der Roten Bullen

Vergangene Saison trainierten einige der U19-Spieler regelmäßig bei den Profis mit. Wie siehst du den Zugang zum Profi-Bereich für deine Jungs?

Ich wünsche mir, dass Julian Nagelsmann so viele meiner Jungs wie möglich regelmäßig zu sich beruft. Das würde ja bedeuten, dass er das Potenzial sieht und die jungen Spieler eine Chance bekommen.

Natürlich wissen wir, dass der Schritt zur Profi-Mannschaft extrem groß ist. Daher sage ich ganz klar: Je mehr Spieler die Erfahrung bei den Profis sammeln dürfen, desto besser.

Frederik Jäkel wird für zwei Jahre an KV Oostende verliehen. Ist der Schritt zwischen der U19 und den Profis zu groß?

Aus der U19 direkt den Sprung in eine Champions-League-Mannschaft zu schaffen, das gelingt wirklich kaum jemandem. Das geht allen anderen deutschen Vereinen genauso. Unser Profi-Team hat dazu einen extrem guten und breiten Kader, da ist es unheimlich schwer, Spielpraxis zu bekommen.

Eine Leihe zu einem Verein, bei dem der Spieler Praxis-Erfahrung sammeln kann, ist genau der Schritt, den so ein junger Spieler braucht. Es geht ja auch darum, dass sie den Umgang mit Atmosphäre, Zuschauern und den medialen Druck lernen. Nur so wachsen die Jungs.

Du weißt nie, welcher Spieler den nächsten Schritt macht.

Marco Kurth, Cheftrainer U19

Du hast bereits erwähnt, dass du einen Großteil der Jungs bereits durch deine Arbeit in der U17 kennst. Welchem unserer Nachwuchsakteure traust du kommende Saison den nächsten Step zu?

Was im Jugendbereich für mich total spannend ist – du weißt nie, welcher Spieler den nächsten Schritt macht. Wenn die Jungs die nötige Gier und den Willen an den Tag legen, sind für mich bei uns einige mit großem Potenzial dabei.

Unser Nachwuchs ist sowohl mit regionalen als auch internationalen Talenten besetzt – funktioniert das?

Das funktioniert tatsächlich und alle profitieren davon. Zum einen haben wir uns qualitativ gesteigert, gleichzeitig wächst jeder auch kulturell und im Verständnis für seine Teamkollegen – das ist auch für uns im Trainerteam extrem wertvoll.
 

Die Saison wurde vorzeitig beendet und auch die nächste Saison wird deutlich später beginnen – welche Auswirkungen hat das auf die Saisonvorbereitung?

Die Corona-Pause war für uns alle nicht einfach. Es war aber auch schön zu sehen, was die jungen Spieler daraus gemacht haben. Die mussten sich zu Hause plötzlich selbst organisieren und haben eine Menge über sich selbst gelernt.

Dann war es auch einfach schön zu sehen, wie die Wertschätzung gewachsen ist, als endlich wieder gemeinsame Trainings möglich waren. Am Ende hat sich sogar eine gewisse Eigendynamik entwickelt, bei der sich völlig neue Trainingsgruppen gefunden haben und die Spieler eigenverantwortlich zu Werke gegangen sind. Das hat mich beeindruckt.

Diese Zeit war also durchaus auch ein Gewinn für unsere Nachwuchsspieler – zumindest auf menschlicher Ebene.

Und jetzt steigen wir halt ein paar Wochen später in die Saison ein. Alles gut.

Während deiner aktiven Karriere hast du dir aufgrund einer Wette so lange den Bart nicht rasiert, bis ihr wieder ein Spiel verloren habt. Müssen die Haare mal wieder ab, wenn es in der neuen Saison mit einem Titel klappt?

Ich bin aufgrund des Saisonabbruchs ja tatsächlich noch gerade so drum rum gekommen. Ich hätte mich im Falle einer Meisterschaft komplett rasiert. Das hab ich in meinem Leben tatsächlich erst viermal gemacht. (lacht) Aber solche Wetten entwickeln wir mit den Jungs, deswegen kann ich dazu aktuell noch nichts sagen.
 

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In seiner aktiven Karriere spielte Marco Kurth (rechts) für den VfB Leipzig, Erzgebirge Aue, Energie Cottbus sowie den 1. FC Magdeburg. 2014 beendete er seine Spieler-Karriere. Seit 2017 trainert er RBL-Nachwuchs-Mannschaften.
Mit diesem Trikot gehen die Roten Bullen in die neue Saison!

Hol dir den Dress der Nachwuchsbullen!

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