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„Oberligisten feiern noch einen Tick besser!“

Am 02. Mai 2010 war der erste Aufstieg der Roten Bullen in der Vereinshistorie perfekt | Auf dem Sofa erfuhren unsere Spieler von der Meisterschaft | Der damalige Kapitän Ingo Hertzsch blickt zurück auf eine „wilde Zeit“

Vor 10 Jahren schaffte RB Leipzig den ersten Schritt in Richtung Bundesliga! Am 02. Mai 2010 stand der erste Aufstieg der Roten Bullen fest – ohne, dass wir selbst spielten. Der Zweitplatzierte Budissa Bautzen ließ Punkte liegen und machte uns somit zum Oberligameister. Mit 22 Punkten Vorsprung ging es am Ende eine Etage höher. Der damalige Kapitän und Ex-Bundesligaspieler Ingo Hertzsch (heute Teamleiter CSR/Fußballschule bei RBL) blickt zurück auf eine turbulente Premierensaison und eine feucht-fröhliche Meisterfeier.

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Ingo Hertzsch im Trikot der Roten Bullen. Der Abwehrspezialist jubelt über einen Treffer gegen Rot-Weiß Erfurt II.

Holpriger Start mit Aha-Effekt

„Als ich das erste Mal zum Training nach Markranstädt kam, war alles anders als ich es gewohnt war. Die Bälle waren von verschiedenen Herstellern und hatten keine Luft, wir hatten Trainingsklamotten von der U17 und der U19 von Red Bull Salzburg. Wenn man da ein bisschen später gekommen ist, war die Hose ganz schön eng. Das war schon sehr wild“, erinnert sich Ingo.

Unbeeindruckt von den anfänglichen Engpässen wurde das Team den hohen Erwartungen schnell gerecht. Auf ein 1:1 im Premierenspiel gegen Carl Zeiss Jena II folgten drei Siege. Lediglich am 5. Spieltag ließen wir bei der 1:2-Niederlage gegen Budissa Bautzen Federn, „aber das hat uns als Mannschaft einen richtigen Schub gegeben. Jetzt erst recht!“ In der Folge blieb die Mannschaft von Trainer Tino Vogel, abgesehen vom letzten Spieltag, ungeschlagen, gewann unter anderem 3:0 gegen Lok Leipzig vor über 11.000 Zuschauern. „Das war schon was Besonderes zu dieser Zeit, ein großes Highlight.“

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Gastspiel in unserem heutigen Wohnzimmer. Im Derby gegen Lok Leipzig siegten wir vor über 11.000 Zuschauern in der Red Bull Arena.

Ein ganz besonderer Mannschaftsausflug

Das damalige Team setzte sich aus Profi-Spielern wie Ingo Hertzsch, Thomas Kläsener und Sven Neuhaus sowie Amateur-Kickern zusammen. Doch von Berührungsängsten keine Spur, „wir waren ein eingeschworener Haufen. Die Jungs haben uns Leipzig gezeigt und haben es uns leicht gemacht, uns hier zurechtzufinden.“

Einzig bei einem ganz besonderen Mannschaftsausflug war dann doch ein kleiner Unterschied zwischen Amateuren und Profis auszumachen: „In der Winterpause sind wir mit dem Mannschaftsbus von Red Bull Salzburg nach Salzburg gefahren. Wir Profis kannten das, aber die anderen waren total geflasht. Da musste man schon schmunzeln, wie sich die Jungs wie kleine Kinder gefreut haben, mit dem Ding mitzufahren.“

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"Es geht nur zusammen. Wir Profis hätten den Aufstieg nie alleine schaffen können, wir haben es als Team hinbekommen. Ohne das Trainerteam, den kleinen Staff und die ganzen Jungs von Markranstädt hätte das nicht geklappt."

Aufstieg auf dem Sofa

Eine Niederlage der zweitplatzierten Bautzener machte uns fünf Spieltage vor Saisonende zum uneinholbaren Tabellenführer. Eine Meisterschaft auf dem Sofa, im wahrsten Sinne des Wortes:

„Ich habe auf dem Sofa gelegen und Videotext geguckt. Nachdem wir dann am nächsten Tag 2:0 gegen Halle gewonnen haben, haben wir natürlich ordentlich Party gemacht. Der Trainer hat uns abends bis 24.00 Uhr feiern lassen, weil wir am Mittwoch noch ein Nachholspiel hatten und daran haben wir uns auch einigermaßen gehalten. Am Ende haben wir das Spiel am Mittwoch gewonnen, von daher ist alles gut.“

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Da ist das Ding! Kapitän Ingo Hertzsch und Keeper Alexander Moritz nehmen den Pokal und die Meister-Urkunde entgegen.

Meisterfeier mit den Fans

Katerstimmung Fehlanzeige, es folgten drei weitere Siege in Serie. Am Ende standen 80 Punkte aus 30 Spielen, dazu ein Zuschauerschnitt von über 2.000 Fans im Markranstädter Stadion am Bad. Dort feierten Spieler und Fans nach dem letzten Heimspiel der Saison die Meisterschaft.

„Wir haben mit den Fans einen Bierwagen mit Bühne aufgestellt und zusammen gefeiert. Dann haben wir den Wanderpokal unterschrieben, da hat sich der Verband bestimmt gefreut. Das war ein cooles Flair, gerade auch für die Fans, ein tolles Erlebnis, weil sie so nah an der Mannschaft waren.“ Die obligatorische Bierdusche gab es natürlich auch. „Für den Trainer sowieso und dann muss man halt schnell sein, um nicht selbst erwischt zu werden.“

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Der Block steht! Gemeinsam mit unseren Fans feierten wir im Stadion am Bad die Meisterschaft.

Exakt zehn Jahre nach dem gesicherten Aufstieg stellt der gestandene Bundesligaspieler, der unter anderem für den HSV, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt am Ball war, schmunzelnd fest:

Amateure und Oberligisten können genauso feiern wie Profis, vielleicht sogar noch einen Tick besser.

Ingo Hertzsch
#OnThisDay 2010 - der erste Aufstieg in unserer Vereinshistorie, von der Oberliga in die Regionalliga

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