MENÜ

"Ich glaube, dass sich eine interessante Partie entwickeln kann"

Interview mit dem ehemaligen Bundesliga-Spieler Andrij Voronin über das anstehenden Play-off-Rückspiel gegen Luhansk, das aktuelle Fußballgeschehen in der Ukraine sowie die Entwicklung von RB Leipzig

Der Ukrainer Andrij Voronin begann seine Profi-Karriere bei Borussia Mönchengladbach, stürmte später für Mainz, Köln, Leverkusen, Berlin und Düsseldorf. Insgesamt erzielte mittlerweile 39-Jährige 48 Ligatore. Für sein Heimatland spielte er 76-mal und nahm zudem an der Weltmeisterschaft 2006 teil.

Wir sprachen mit dem 39-Jährigen über das bevorstehende Play-off-Rückspiel zur Europa League gegen Luhansk, das am Donnerstag um 18.30 Uhr in der Red Bull Arena angepfiffen wird.

Image
Zweikampfstark: Andrij Voronin lief insgesamt 76-mal für die ukrainische Nationalmannschaft auf.

Herr Voronin, wie bewerten Sie nach dem 0:0 im Hinspiel jetzt die Ausgangslage?
Es war eindrucksvoll, dass sich Luhansk dieses Hinspiel-Ergebnis erkämpfen konnte, obwohl man mehr als 70 Minuten in Unterzahl gewesen ist. Das zeigt, dass auch im Rückspiel etwas möglich ist.

Natürlich ist es immer schwierig, auswärts in Leipzig anzutreten. Aber wenn Zorya ein Treffer gelingt, wird es richtig spannend. Dann bräuchten die Leipziger zwei Tore, um weiterzukommen. Deshalb bin ich mir sicher, dass Luhansk Gas geben wird, und glaube, dass sich eine interessante Partie entwickeln kann.

Wie schätzen Sie die Lage des ukrainischen Fußballs allgemein ein?
Schwierig. Jeder weiß, dass die Lage in der Ukraine aufgrund des Krieges nicht sehr gut ist. Keiner schaut momentan so richtig auf Fußball, weil es andere Probleme gibt. Früher hatten wir viel mehr gute ausländische Spieler in der Liga, aber wegen der politischen Situation kommen sie nicht mehr so gerne zu uns. Gleichzeitig fällt es schwer, junge Talente zu entwickeln.

Wie sieht es in der ukrainischen Liga aus?
Inzwischen haben wir nur noch Dynamo Kiew und Shakhtar Donetsk als starke Vereine. Richtige Konkurrenten in der Liga gibt es nicht. Vor vier, fünf Jahren war die Liga viel ausgeglichener und interessanter. Teams wie Metalist Charkiw und Dnipro Dnipropetrovsk konnten nicht nur national, sondern auch internationale Erfolge einfahren. Doch diese beiden Vereine gibt es so leider nicht mehr (aufgrund finanzieller Probleme, vor allem auch aufgrund des Krieges; Red.). Umso eindrucksvoller, wie Luhansk sich momentan schlägt.

Image
Voronin, hier im Trikot von Fortuna Düsseldorf, für die der Ukrainer von 2012 bis 2013 kickte.

Wie verfolgen Sie RB Leipzig?
Besonders im ersten Bundesliga-Jahr hat mich der Fußball sehr begeistert, als Leipzig richtig Gas gegeben hat. Es wurde klug investiert, man hat gute Spieler und ein gutes Trainerteam beisammen. Ich hoffe, dass das so bleibt. Denn es macht langsam keinen Spaß mehr, jedes Jahr zu sehen, wie der FC Bayern mit 20 Punkten Vorsprung Deutscher Meister wird.

Am Sonntag ist Ihr Ex-Klub Düsseldorf in der Red Bull Arena zu Gast!
Für die Fortuna geht es nur um den Klassenerhalt. Nach dem knappen 1:2 am ersten Spieltag gegen Augsburg hoffe ich, dass das Team bald seine ersten Punkte sammelt. Da ich noch in Düsseldorf wohne, schaue ich mir das eine oder andere Heimspiel bestimmt mit meinem Sohn im Stadion an.

Play-off-Rückspiel, Europa League
RB Leipzig

DO

30. August

18.30 Uhr
Red Bull Arena , Leipzig

Die RB-Leipzig-Fankollektion

Ähnliche Artikel