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„Es handelt sich um Minoritäten, die sich Gehör verschaffen wollen."

RBL-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff nahm am Montagmorgen im SID-Interview Stellung zu den gestrigen Aktionen Kölner Minoritäten gegen RB Leipzig

Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) nahm unser Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff am Montagmorgen Stellung bezüglich der gestrigen Aktionen Kölner Minoriäten gegen RB Leipzig.
 

Das komplette Interview mit dem SID haben wir euch folgend nochmal in voller Länge zusammengestellt.

 

Herr Mintzlaff, zehren die neuerlichen Aktionen der gegnerischen Fans wie beim 1:1 in Köln nicht allmählich an ihren Nerven?

Nein, man muss die Vorfälle richtig einordnen. Die 50 angeblichen Fans haben im Fußball nichts zu suchen. Sie schaden ihrem Sport und ihrer eigenen Mannschaft. So hat das auch FC-Trainer Peter Stöger richtig erkannt.
 

Aber immer wieder kommt es zu solchen Störfällen?

Es handelt sich um Minoritäten, die sich Gehör verschaffen wollen. Wir sehen hier eine beachtliche Entwicklung, denn immer mehr Medien ordnen das auch genauso ein und verschaffen solchen Ultras kaum noch eine Stimme. Denn die wahren Fans feuern ihr Team an. Und was ist bei uns bisher passiert? Wir haben bisher nur Fußballfeste in der Bundesliga erlebt ohne ein einziges Vorkommnis. Grundsätzlich ist es auch kein RB-Leipzig-Phänomen, sondern es betrifft die gesamte Liga mit diversen Vorfällen. Wichtig ist deshalb, dass der Fußball gegen diese Randgruppen härter vorgehen muss.
 

Was muss genau getan werden?

Diese Chaoten müssen Stadionverbot bekommen. In der Bundesliga-Realität ist es aber leider oft so, dass nicht einmal die Personalien dieser Leute ermittelt werden. Dann haben die Krawallmacher immer wieder Zugang und können beim nächsten Mal wieder die Plattform nutzen. Solche angeblichen Fans müssten ein für alle Mal ausgeschlossen werden.
 

Ist die Deutsche Fußball Liga (DFL) da zu zahm?

Zu zahm würde ich nicht sagen. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat das schon auf dem Radar. Es gibt ja auch eine Arbeitsgruppe. Aber ich finde, dass in Bezug auf dieses Gesamtproblem im deutschen Fußball eine noch stärkere Dynamik entstehen muss.
 

Haben sie denn wirklich das Gefühl, dass Vereine wie der 1. FC Köln richtig durchgreifen. Vielleicht hätte der Klub die Sitzblockade im Vorfeld verhindern können?

Das kann ich nicht richtig beurteilen.
 

Ist es eigentlich positiv für das Image ihres Vereins, dass der Klub jetzt schon wieder so erfolgreich ist?

Ja, natürlich. Wie betreiben Leistungssport und wollen immer gewinnen Fußball hat in Leipzig eine ungeheure Wucht. Die Menschen in der Region haben jahrelang auf erstklassigen Fußball gewartet. Keiner lässt sich hier von der Heuchelei bezüglich der Wertediskussion rund um RB Leipzig anstecken. Ich glaube daher auch, dass unser Verein ein großes, vorbildliches Zugpferd werden kann mit einer neuen Fußballkultur ganz ohne Gewalt und Aggressionen.
 

Zugpferd für wen?

Nicht nur für die Region und für den Osten. Dort haben wir uns schon sehr gut etabliert. Ich bin der Meinung, dass wir auch ein Zugpferd für die gesamte Bundesliga werden können, weil unser Verein so viel Attraktivität mitbringt, was Nachhaltigkeit, Philosophie, Auftreten in der Öffentlichkeit und auch die Spielweise angeht.
 

Sportlich läuft es wirklich erstaunlich. Wo steht RB am Ende der Hinrunde?

Wir haben gesagt, wir wollen eine sorgenfreie Saison spielen. Das wäre für uns ein Erfolg. Ich glaube, dass das machbar ist. Wir haben durch die ersten Ergebnisse gesehen, dass wir mithalten können und gute Chancen besitzen, unser Ziel zu erreichen, wenn wir unseren Weg so weitergehen.
 

Das Interview führte der SID.

 

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