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"Es ist etwas Besonderes zu zeigen, dass die Jugend auch nachziehen kann."

Unser U19-Europameister Joshua Kimmich erzählt von seinen ganz persönlichen EM-Eindrücken und Erlebnissen

31. August 2014, 19.42 Uhr, Szusza-Ferenc-Stadion in Budapest. Marc Stendera wird auf der rechten Seite freigespielt, flankt in den Strafraum, wo Hany Mukhtar den Ball aus kurzer Distanz mit dem Knie zum 1:0 versenkt.

Circa eine Stunde später pfeift der Schiedsrichter um 20.50 Uhr das Endspiel der U19-Europameisterschaft ab. Es ist bei diesem einen Tor geblieben, Deutschland besiegt Portugal und feiert den EM-Titel.

Mit dabei ist RBL-Mittelfeldspieler Joshua Kimmich, der die Mannschaft als einer der Leistungsträger und herausragenden Spieler dieses Turniers zum Erfolg führte.

Genau eine Woche nach dem Endspiel erzählt uns Joshua, wie er nach diesem Triumph in der Heimat empfangen wurde, warum der EM-Pokal nach der Siegerehrung kurzzeitig verschwand und wie er beinahe zu spät zum Turnier gekommen wäre.

 

Joshua über...

 

...die Glückwünsche nach dem EM-Sieg

„Es war unfassbar, wie viele Leute mir nach dem Erfolg per SMS oder WhatsApp-Nachricht gratuliert haben. Anfangs habe ich mich noch bei allen bedankt, dann wurde es einfach zu viel. Also sage ich auf diesem Weg noch einmal DANKE!

Nach der Rückkehr aus Budapest habe ich mir noch unser Heimspiel gegen Aalen angeschaut. Dann bin ich direkt mit dem Zug in die Heimat gefahren und war erst nachts gegen halb eins in Stuttgart. Meine Eltern haben mich vom Bahnhof abgeholt und wir sind nach Hause gedüst.

An der Garage hing schon ein Schild mit Glückwünschen wie 'Wir gratulieren dem Europameister', 'Ein Hoch auf uns' und 'Deine Bösinger Fans'. Ich hab das gleich abfotografiert und wollte es meinen Kumpels schicken, um mich zu bedanken.

Während ich die erste Nachricht ins Handy getippt habe, sind wir ins Haus gegangen und ich war quasi schon auf dem Weg ins Bett. Doch war das ganze Haus voll! Es waren bestimmt 30 Leute da. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet und meine Familie und Freunde haben mich damit extrem überrascht!"

 

...Den Pokal und warum dieser kurzzeitig verschwand

„Das war so eine Sache mit dem Pokal (schmunzelt). Der Felix Lohkemper (vom VfB Stuttgart, Anm.) und ich hatten uns den Pokal gesichert und wollten ihn unauffällig bei uns im Zimmer bunkern und mitnehmen. Aber um 01.00 Uhr nachts klopfte plötzlich unser Co-Trainer Antonio di Salvo an die Tür. Er war auf der Suche nach dem Pott. Wir wollten ihn zuerst nicht rausrücken, aber er meinte, er wolle nur kurz ein Bild damit machen. Damit hat er uns geschickt reingelegt, denn danach haben wir den Pokal erst mal nicht mehr zu Gesicht bekommen.“

 

 

...Freundschaften in der Nationalmannschaft

„Da viele von uns ja seit der U15-Nationalmannschaft regelmäßig dabei sind und wir auch schon früher zum Beispiel in der B-Jugend Bundesliga gegeneinander gespielt haben, kennt man sich doch schon lange und gut. In Ungarn habe ich mich mit Marc Stendera sehr gut verstanden, aber ich könnte da locker noch weitere Namen nennen. Alle im Team sind super Jungs!

Ganz besonders natürlich mein Zimmerkollege Felix Lohkemper. Mit ihm ist mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden. Wir haben schon in Stuttgart zusammen gespielt haben und dort gemeinsam im Internat gelebt.“

 

...Die Bedeutung des EM-Erfolges

„Wir haben mit unserem Sieg in Ungarn für weiteres Aufsehen gesorgt und es ist noch ein Stück positiver für Fußball-Deutschland wenn man sieht, dass nach der A-Nationalmannschaft auch die U19 Titel gewinnen kann. Das war schon etwas Besonderes für uns, um zu zeigen, dass die Jugend nachziehen kann."

 

...den Augenblick als er den Pokal zum ersten Mal sah


„Als ich den Pokal beim Einlaufen zum ersten Mal live gesehen habe, wusste ich sofort - den holen wir uns heute! Es war irgendwie so, als gäbe es da eine Art Verbindung zwischen mir und dem Pott (lacht).

Nach dem Abpfiff war es dann auch so. Ich bin als Erster die Treppe hochgelaufen und konnte es kaum abwarten den Pokal endlich in die Hände zu bekommen. Natürlich wusste ich, dass zunächst unser Kapitän Niklas Stark an der Reihe ist. Und obwohl es danach nur wenige Minuten dauerte, fühlte es sich wie eine Ewigkeit an, bis ich die Trophäe überreicht bekam. Dieses Kribbeln kann man nicht beschreiben. Ein unglaublicher Moment voller Stolz und Euphorie darüber, dass wir uns für die harte Arbeit belohnt haben."
 

...seine Goldmedaille


„Es ist klasse, dass jeder Spieler mit der Goldmedaille seine ganz persönliche Erinnerung an den EM-Sieg bekommen hat. Ich habe den Augenblick ganz bewusst genossen, als mir die Medaille umgehängt wurde und eigentlich wollte ich sie den ganzen Abend nicht mehr ablegen. Doch als wir abends nochmal raus gegangen sind, um etwas zu feiern, habe ich sie doch im Hotel in der Reisetasche gelassen, um sie nicht zu verlieren.

Mittlerweile ist die Medaille bei meinen Eltern zu Hause. Ich wollte sie natürlich gleich meiner Familie und Freunden zeigen. Ich hab sie zusammen mit meinem EM-Trikot in meinem Zimmer an die Wand gehängt.“

 

...den fast verpassten Flug nach Ungarn!


„Wir hatten am Samstagmorgen noch unser offizielles Fotoshooting mit RB Leipzig. Deshalb habe ich einen späteren Flieger von Berlin nach Wien genommen, um dort zum Team zu stoßen.

Direkt nach dem Shooting sind wir nach Berlin gedüst und es war eigentlich genügend Zeit bis zum Abflug. Plötzlich ein Mega-Stau, bestimmt zehn Kilometer lang. Das Navi zeigte eine Ankunftszeit von 12.52 Uhr an, um 12.50 Uhr ging mein Flieger.

Ich bin auf dem Beifahrersitz fast verrückt geworden, habe geschwitzt, geflucht, gehofft und mich schon per Handy eingecheckt. 25 Minuten vor dem Abflug waren wir dann am Flughafen. Tür auf, Tasche raus und im Vollsprint zum Flugzeug. Ein verrückter EM-Auftakt und ich war froh als ich im Flieger saß. Die Rückreise war dann natürlich wesentlich entspannter..."

 

#AUFGEHTSLEIPZIG - Unser Team für die 2. Bundesliga!
RBL-Trainer Alexander Zorniger und Aalen-Coach Stefan Ruthenbeck schätzen das 0:0 ein.
Tim Sebastian, Dominik Kaiser und Rani Khedira mit ihrer Einschätzung zum 0:0-Zweitliga-Auftakt gegen Aalen.
4 Partien
bestritt Joshua bei der EM von Beginn an
16 Jahre
war Joshua als er sein DFB-Debüt gab
5 U-Jahrgänge
durchlief Joshua bereits beim DFB

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