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Hier spielt die Musik: Der Musikphilosoph!

Georg Teigl in einem bemerkenswerten Interview über Musik | Österreicher gibt den RBL-Kabinen-DJ

Georg Teigl ist der Musik-Verantwortliche bei den Roten Bullen. Der 24-jährige Österreicher sorgt in der Kabine für den optimalen Sound und liefert seinen Mitspielern täglich die passende Portion Musik. „Natürlich muss ich keine CDs mehr wechseln oder Kassetten einlegen. Ich stöpsele einfach mein Handy an unsere Anlage an und spiele meine Playlist ab.“

Die Roten Bullen können sich meist auf die Musik einigen: „Grundsätzlich läuft viel Hip-Hop und Rap in unserer Kabine. Rockmusik hören wir eher weniger“, erzählt Georg, „selbstverständlich wird nicht nur meine Auswahl gespielt. Auch andere können ihre Handys oder ihre iPods anschließen – bei uns darf sich jeder musikalisch austoben. Nur ‚Atemlos‘ von Helene Fischer steht mittlerweile auf dem Index. Das Lied wurde einfach über strapaziert, vor allem von unserem ehemaligen Mitspieler Tobias Willers.“

Für die aktuelle Ausgabe unseres KLUB-Magazins haben wir uns mit unserem Kabinen-DJ getroffen und über Musik gesprochen, am Ende sogar philosophiert:

 

Georg, wir sind im Werk 2, einem kulturellen Zentrum der Stadt – vor allem, was Musik angeht. Was macht gute Musik für dich aus?

Gute Musik muss mich abholen, ich muss sie regelrecht fühlen. Deshalb habe ich auch kein Lieblingslied, weil ich viele Songs mag. Eines der schönsten Gefühle ist es doch, wenn es ein Lied gibt, auf das man sich extrem freut, es endlich wiederhören zu können.

Hast du spontan einen solchen Titel parat?

Aus dem Soundtrack vom Computerspiel „FIFA 98“ – „Song 2“ von Blur! Sobald ich diesen Titel höre, muss ich an meine Kindheit und das Haus meiner Eltern denken. Mein bester Freund und ich haben dort früher ständig „FIFA“ gezockt und sind anschließend zum Kicken nach draußen gegangen.

War Blur auch deine erste CD, die du dir gekauft hast?

Nein, das war eine Platte von The Offspring! Die liefen bei meinen Schwestern rauf und runter, und natürlich wollte ich auch so cool sein (lacht). Ich war damals ein kleiner Skater. Egal was ich gemacht habe – es war immer Musik dabei. Diese Zeit hat mich geprägt, und seitdem habe ich eine Idee entwickelt, warum die Menschheit ausgerechnet Musik erfunden hat.

Das klingt interessant – wir sind gespannt!

Meine Theorie ist die: Die Musik stammt von den Neandertalern. Die saßen in ihren Höhlen und haben aus Langeweile Steine an die Wand geworfen. Das Abprallen der Steine hat den Beat ergeben, und alles, was sie sich dabei erzählt haben, hat sich gereimt. So ist der HipHop entstanden.


Philosophischer Ansatz. Hast du selbst schon ein HipHop oder anderes Konzert besucht?

Ich war beim Red Bull Brandwagen mit Cro. Leider habe ich erst wenige Live-Konzerte gesehen, weil mir durch den Fußball die Zeit fehlt, da hab ich noch einiges nachzuholen. Bei Coldplay war ich auch schon. Die Lieder sind gut, allerdings würde ich nicht unbedingt noch einmal hingehen.

Warum nicht?

Weil ich die Energie vermisste. Coldplay haben nicht auf den Putz gehauen, waren eher zurückhaltend. Ganz im Gegensatz zu Pendulum. Dieses Konzert war unglaublich und hat mich umgehauen! Der Bass hat den ganzen Körper durchdrungen, und ich habe sofort Gänsehaut bekommen. Ich muss Musik fühlen, sie braucht den gewissen Punch. Der Beat muss mich mitreißen. Ich könnte nie im Leben bei einem Konzert ruhig stehen bleiben. Ich muss immer tanzen!

Was braucht ein gutes Konzert noch?

Eine Top-Anlage. Wenn die was kann, dann springt das Gefühl leichter auf einen über. Wenn ich ein Lied liebe, dann muss ich es laut hören. Dadurch wirkt es viel besser. Ab und an gröle ich auch selbst mit – aber nur, wenn keiner dabei ist. Leider singe ich so schlecht, dass ich den Song meistens zerstöre. Deshalb halte ich lieber die Klappe und genieße einfach.

Für mich ist es unbegreiflich, wenn jemand bei Musik nichts fühlt. Es gibt ja die Meinung, Musik ist eine Religion – im Prinzip stimmt das!

Machst du bei einem Konzert auch mal die Augen zu, um die Musik besser zu spüren?

Nein, im Gegenteil. Ich muss alles sehen. Gerade wenn um mich herum die Leute buchstäblich um ihr Leben tanzen. Für mich ist es unbegreiflich, wenn jemand bei Musik nichts fühlt. Es gibt ja die Meinung, Musik ist eine Religion – im Prinzip stimmt das!

Erst philosophisch, jetzt spirituell. Das musst du erklären!

Musik ist immer für dich da. Egal ob es dir schlecht geht oder du dir einen Moment noch schöner ausmalen willst – du legst einfach den passenden Song auf, und schon geht’s ab. Deshalb möchte ich auch, dass meine Kinder später ein Instrument spielen. Musik regt das Gehirn an. Experten sagen, wenn du Kleinkindern Mozart oder Beethoven vorspielst, werden bestimmte Gehirnregionen gefördert. So etwas finde ich extrem interessant.

Angenommen, du wirst jetzt Vater: Welche Musik würdest du deinem Kind als Erstes vorspielen?

Ganz klar – die Foo Fighters! Ihre Musik hat Seele, und das möchte ich meinem Kind so früh wie möglich mit auf den Weg geben.

KLUB 04 - Hier spielt die Musik!

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