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"Diese Liga ist die stärkste 3. Liga der Welt!"

Georg Teigl spricht im Interview über seine Leidenschaft zur Musik, seine ersten Eindrücke von Leipzig und sein Handicap

Georg Teigl wechselte im Januar vom FC Red Bull Salzburg zu RB Leipzig. Seitdem absolvierte der gebürtige Wiener ein Pokal- und sechs Ligaspiele für unsere Mannschaft und legte gegen Erfurt eine Tor auf.

Im Interview erzählt der 23-Jährige, mit welchen Startschwierigkeiten er zu kämpfen hatte, warum ihm unsere Fankurve so imponiert und durch welches Tief er als 16-Jähriger ging.

 

Georg, du bist nun zwei Monaten in Leipzig. Wie hast du dich eingelebt?

Anfangs war es wegen der neuen Situation nicht einfach für mich. Ich kam von heute auf morgen in einer anderen Mannschaft und in einer anderen Stadt, wo ich wirklich niemanden kannte. Salzburg war wie mein Wohnzimmer. Ich war viereinhalb Jahre dort, kannte jeden und jeder kannte mich. Hier muss man sich diesen Stand erst erarbeiten. Aber jetzt fühle ich mich wirklich wohl. Im Vorfeld wurde mir oft gesagt, dass es bei RB Leipzig sehr einfach ist, Anschluss zu finden. Und ich muss sagen: Das ist tatsächlich so, weil in der Truppe die Chemie extrem stimmt!
 

Mit wem aus der Mannschaft verbringst du die meiste Zeit?

Mit Diego Demme, Yussuf Poulsen und Joshua Kimmich! Wir unternehmen einiges zusammen und zocken viel auf der PlayStation. Gegen Diego kann ich locker mithalten, aber gegen Yussi habe ich fast nie eine Chance. Bevor das Spiel beginnt, stellt er minutenlang irgendwelche Dinge im Spieler-Menü ein. In der Zeit bin ich schon längst eingeschlafen. Wahrscheinlich ist das genau seine Taktik, damit ich immer verliere. (lacht)

Du hast es angedeutet: Dein Wechsel nach Leipzig ging von heute auf morgen über die Bühne, da sich Christian Müller schwer verletzt hat. Wie bist du mit der Situation umgegangen?

Ich habe es angenommen, weil es eine super Chance für mich ist, in die ich alles investiere. Eigentlich bin ich ja gelernter Stürmer. In Salzburg habe ich dann im Mittelfeld agiert und jetzt spiele ich in der Defensive. Aber dort fühle ich mich mittlerweile immer wohler.
 

Hängst das auch damit zusammen, dass RB Leipzig und Red Bull Salzburg das gleiche System spielen?

Definitiv! Wenn Leipzig beispielsweise einen Verteidiger gesucht hätte, der alles dicht macht und wie angewurzelt hinten steht, dann wäre das nicht das richtige für mich. Dann würde zu viel auf der Strecke bleiben, von dem was ich kann. Denn meine Stärke liegt im Spiel nach vorne.

Wo siehst du den größten Unterschied zwischen den Vereinen?

Im Stadion! Salzburg hat ein kleine, komprimierte Arena. In Leipzig ist alles viel größer und mächtiger. Genau wie unsere Fankurve. Die finde ich beeindruckend. Ich erinnere mich gerne an mein erstes RBL-Spiel gegen Burghausen. Es waren Minus zehn Grad, die Kurve war dennoch voll und die Stimmung sensationell. Und hier steckt noch so viel Fanpotenzial mehr drin!
 

Und wenn du die Ligen vergleichst?

Salzburg dominiert die österreichische Bundesliga. Die 3. Liga in Deutschland ist hingegen ziemlich ausgeglichen. Man muss immer Vollgas geben, denn nur mit 80 Prozent ist in dieser Liga kein Sieg möglich. Ich denke auch, dass es in keinem anderen Land eine so starke 3. Liga gibt. Allein wenn man die Zuschauerzahlen sieht, ist das eine andere Welt. Auch die Medienpräsenz ist sehr stark. Es vergeht kein Tag, an dem ich nichts über uns lese.


Am Wochenende beginnen für uns die entscheidenden Wochen. Mit Osnabrück kommt der Tabellenvierte in die Red Bull Arena. Wie gehst du als Spieler vor solchen wichtigen Spielen mit der Drucksituationen um?

Das ist schwierig zu beschreiben. Ich bin schon nervös vor so einem Spiel. Aber das legt sich mit dem Anpfiff. Ich habe gemerkt, dass ich die beste Leistung bringe, wenn ich versuche locker in das Spiel zu gehen. Deshalb höre ich gerne Musik.
 

Okay! Und was läuft bei dir vor den Spielen?

Ich mag beispielsweise Pharrell Williams oder elektronische Musik. Ich bin auch jemand, der viel mit Musik verbindet. Sobald ich sie anschalte, entstehen Bilder in meinem Kopf. Zu Hause habe ich auch ein Programm, wo man selbst Musik zusammenschneiden kann. Dort probiere ich viel aus. Leider fehlt mir nur oft die Zeit dafür.

Wie verbringst du sonst deine knappe Freizeit?

Ich spiele gerne Golf! Mein Handicap liegt bei 12,7 – also gar nicht mal so schlecht (grinst), obwohl ich schon Ewigkeiten kein Turnier mehr gespielt habe. Angefangen hat alles, als ich 16 war und mir Fußball nicht mehr so viel Spaß bereitet hatte.


Warum das?

Damals war ich in einer Fußballakademie und verstand mich nicht gut mit dem Trainer. Hinzu kam, dass ich das erste Mal von zu Hause weg war. Das habe ich nicht so verkraftet. Besonders in dem Alter stellt sich dann die Frage, ob man dem Sport wirklich alles unterordnen will, um es irgendwann vielleicht zum Profi zu schaffen. Ich kenne viele, die auf der Strecke geblieben sind. Als 16-Jähriger war das eine schwierige Zeit für mich. Also habe ich mir mit Golf einen Ausgleich gesucht.


Wie hast du es geschafft, wieder aus diesem Tief zu finden?

Ich bin dann in eine andere Mannschaft gekommen und hatte einen anderen Trainer. Man darf nicht unterschätzen, wie wichtig Trainer für junge Menschen sind. Der Trainer sollte einem vermittelt, dass trotz aller Leistungsbereitschaft vor allen Dingen auch der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Und den habe ich jetzt wieder! Es ist zudem wichtig zu spüren, dass einem der Trainer vertraut. Nach dem ich meine Verletzung (Anm.: Risswunde im Fuß) auskuriert hatte, gab mir Alexander Zorniger sofort wieder die Chance in der Startelf, was mich weiter gestärkt hat.

70 Spiele
absolvierte Georg für Red Bull Salzburg in der ersten Liga.
9 Partien
bestritt 'Schurli' schon im Europapokal.
10.3 Sek.
braucht Georg Teigl für 100 Meter - ein Top-Wert!
9 Tore
schoss er für Salzburg und legte 18 Treffer auf.
520 Min.
stand unsere Nummer 39 bisher im RBL-Trikot auf dem Platz.

Georg Teigl - der Bullen-Blitz!

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Georg Teigl - der Bullen-Blitz!
Aktuelle Bilder unseres pfeilschnellen Außenverteidigers.
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