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Anthony Jung: "Auf seinem Talent kann man sich nicht ausruhen!"

Der Abwehr-Bulle blickt im Kurz-Interview auf den Härtetest gegen Preußen Münster, seine Entwicklung als Defensivspieler und die Fans der Roten Bullen

Anthony Jung wechselte in der Sommerpause vom FSV Frankfurt zu den Roten Bullen und erkämpfte sich sofort einen Stammplatz als linker Verteidiger. Der 21-Jährige spricht im Heinspiel-Interview über seinen Blitz-Wechsel zu RB Leipzig, den heutigen Gegner Preußen Münster und über die Fan-Euphorie bei den Roten Bullen.

Stimmen vor dem Spiel
Statistiken zum Gegner

 

Anthony, eigentlich hattest du bereits beim MSV Duisburg unterschrieben, durch den Lizenzentzug warst du von heute auf morgen in einer neuen Mannschaft. Wie bist du mit der Situation umgegangen?

Ich war mit Duisburg mitten in der Vorbereitung, bin sogar schon in einem Testspiel aufgelaufen. Nachdem dann klar war, dass der Verein keine Lizenz für die 2. Bundesliga bekommt, war es natürlich fantastisch, mit dem Wechsel nach Leipzig gleich eine Top-Option zu haben.

Dennoch habe ich ein bis zwei Tage gebraucht, um das alles richtig zu realisieren. Dann habe ich sofort umgeschaltet und mich auf meine neue Aufgabe fokussiert. Die Mannschaft hat es mir einfach gemacht und ich konnte gleich in den ersten Trainingseinheiten Fuß fassen. Es ist enorm wichtig für einen Spieler, wenn man sich wohl fühlt – das ist bei mir der Fall!

Du warst vor zwei Jahren bei Eintracht Frankfurt unmittelbar vor dem Sprung in die Bundesliga. Warum hat es nicht geklappt?

Der damalige Eintracht-Trainer Christoph Daum hat mich damals zu den Profis geholt, wo ich auch die Vorbereitung mitgemachen durfte. Aber ich musste mir eingestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht so weit war.

Du bist später zum Stadtrivalen FSV Frankfurt gewechselt. Wo siehst du selbst deine größten Fortschritte?

Wenn man mit guten und erfahrenen Trainern und Spielern trainiert, bringt einen das enorm weiter. Bei keinem reicht allein das Talent, worauf man sich ausruhen kann. Die Erfahrung spielt natürlich eine große Rolle. Das war auch bei mir so.

Obwohl ich letzte Saison beim FSV durch meine Verletzung nicht so viele Spiele absolviert habe, konnte ich einen großen Schritt nach vorne machen. Mittlerweile bin ich abgezockter. Die Ruhe in brenzligen Situationen gehört zu meinen Stärken, genauso wie die Geschicklichkeit und Cleverness in Zweikämpfen, wenn es um Lösungsversuche geht.

Dabei bist du eigentlich kein gelernter Außenverteidiger. Warum bist du trotzdem auf dieser Position gelandet?

Richtig! Angefangen hat alles mit meinem damaligen U23-Trainer Oscar Corrochano bei Eintracht Frankfurt. Er hat mich auf die Außenverteidigerposition gesetzt, mit der Begründung, dass der deutsche Fußball dort enormes Nachholpotenzial hat. Ein Vorteil war natürlich, dass ich Linksfuß bin.

Ich habe mich dann zwei Jahre mit der neuen Position angefreundet und hatte beim FSV Frankfurt mit Benno Möhlmann zusätzlich einen erfahrenen Trainer, der mich nochmal einen Schritt weiter bringen konnte.

Unsere Mannschaft kommt immer besser in Fahrt. Was traust du uns in dieser Saison zu?

Die Mannschaft hat viel Qualität und wir sind stark besetzt. Im Zusammenspiel mit der Taktik unseres Trainers ist das eine richtige Waffe. Das haben die Auftritte gegen die Bundesligisten Hertha BSC und Werder Bremen bereits gezeigt.

Allerdings denke ich, dass Daniel Frahn es genau richtig gesagt hat. Wir stecken nicht in der Favoritenrolle. Wir sind gut beraten, wenn wir von Spiel zu Spiel denken. Der Sieg gegen Halle war wichtig und ein erster Schritt. Aber mit Preußen Münster haben wir schon ein anderes Kaliber vor der Brust.

Heute treffen wir im Topspiel auf Preußen Münster. Was kommt da auf uns zu?

Ein echter Brocken! Letzte Saison ist Münster erst auf der Zielgeraden abgedriftet. Das wird ihnen sicherlich nicht noch einmal passieren. In der Mannschaft steckt viel Erfahrung, sie spielt auf einem hohen Niveau und hat mit dem Auftaktsieg ein Ausrufezeichen gesetzt. Es wird ein umkämpftes Duell auf Augenhöhe!

Gegner ist neben Münster auch die Hitze. Wie gehst du mit dieser zusätzlichen Herausforderung um?

Beide Mannschaften haben die gleichen Bedingungen. Es kann von Vorteil sein, dass wir gegen Bremen ähnliche Voraussetzungen hatten und bereits die ,heiße Luft' geschnuppert haben.
 

Halle, Münster, Augsburg – die Saison geht mit anspruchsvollen Aufgaben los! Vorteil oder Nachteil?

Es ist kein Nachteil, wenn man gleich im ersten Saisondrittel auf richtige Kaliber trifft. So wissen wir sofort, wo wir stehen. Bereits in Halle hat man gesehen, dass unsere Mannschaft funktioniert! Ich denke nicht, dass sich etwas ändern würde, wenn wir zu einem späteren Zeitpunkt gegen die Topklubs spielen würden.
 

In Halle haben euch über 1.200 Fans nach vorne gepeitscht und auch gegen Werder Bremen waren knapp 9.000 Fans in der Red Bull Arena – ein geiles Gefühl oder?

Ich bin erst seit ein paar Wochen hier, habe aber schon mitbekommen, was für ein irres Fanpotenzial in Leipzig herrscht. Es war beeindruckend, wie unsere Fans in Halle für eine Riesen-Stimmung gesorgt haben. Ich habe mir auch Ausschnitte der Relegationsspiele angeschaut – gigantisch! Hier wächst etwas heran, da freut man sich auf mehr!

 

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